Verband

Duisburg, Juli 2017. Der Westdeutsche Basketball-Verband richtet die Leistungssportförderung für den Nachwuchs neu aus. Ziel ist es, die jungen Talente aus Nordrhein-Westfalen effizienter und persönlicher zu betreuen und in ihrer sportlichen und menschlichen Entwicklung zu begleiten.


Im Mittelpunkt der zu diesem Zweck entwickelten WBV Strategie 3.5 steht die Konzentration auf Partnerstandorte, die über optimale Bedingungen für die Förderung des Nachwuchsleistungssports verfügen. Im Rahmen einer Ausschreibung nach festgelegten Kriterien konnten sich die Vereine im WBV als Partnerstandort bewerben. Zu den Kriterien zählten Grundvoraussetzungen (u. a. kooperierende Schulen, Senioren- und Jugendteams, verfügbare Trainingsorte, Trainerstab, Kaderspielerinnen und -spieler), Zusatzvoraussetzungen (u. a. Ressourcen für Krafttraining, Vermittlung von Ausbildungsmöglichkeiten, lizenzierte Jugendtrainer, Teilzeit-Internat, Athletiktrainer für Kaderspielerinnen und -spieler) und Bonusvoraussetzungen (u. a. 24/7-Trainingshalle, Vollzeit-Internat, Kooperation mit Sportschulen).

3½ Partnerstandorte in Nordrhein-Westfalen

Auf Basis der eingereichten Ausschreibungsunterlagen hat sich der Leistungssport- und Lenkungsausschuss des WBV aus elf Bewerbungen für dreieinhalb Partnerstandorte mit folgenden Vereinen entschieden:
»    Paderborn Baskets (m/w)
»    ART Giants Düsseldorf und TG Neuss (m/w)
»    BBZ Opladen und Dragons Rhöndorf (w)
»    Telekom Baskets Bonn und Dragons Rhöndorf (m)

Die Paderborn Baskets überzeugten insbesondere durch ihre lange und erfolgreiche Tradition im Jugendbasketball mit Teams in der NBBL, JBBL und WNBL sowie den Herren in der ProA und der 2. Regionalliga. Der Verein kooperiert mit zwei NRW Sportschulen und verfügt mit dem Sportinternat Paderborn über ein Vollzeit-Internat. Die Trainingsmöglichkeiten und der Trainerstab der Paderborn Baskets erfüllen alle Anforderungen des WBV an einen Partnerstandort.

Die ART Giants Düsseldorf und die TG Neuss teilen sich quasi den männlichen und den weiblichen Nachwuchspart. Die Düsseldorfer haben sich durch den Zusammenschluss von ART und Giants im männlichen Nachwuchsbereich enorm entwickelt – die weibliche Nachwuchsarbeit der Neusser ist eine der besten in NRW und weit darüber hinaus. Beide Vereine sind mit mehreren Teams in den höchsten Spielklassen vertreten: die TG Neuss Junior Tigers in der weiblichen Nachwuchsbundesliga, die 1. Damen der TG Neuss in der 2. Bundesliga, die ART Giants in der JBBL-Team und die 1. Herren aus Düsseldorf in der 1. Regionalliga. Besonders hervorzuheben ist die ART Giants League, eine Schulliga für weiterführende Schulen in Düsseldorf. Darüber hinaus betreut der Verein Basketball-AGs in zehn Grundschulen und sieben weiterführenden Schulen. Die TG Neuss hat speziell für sechs- bis zehnjährige Mädchen eine Mini-Basketball-Gruppe eingerichtet, ein eigener Nachwuchsstützpunkt mit WNBL U17 Team fördert talentierte Spielerinnen aus dem Umland von Emmerich über Köln bis Aachen.

Das BBZ Opladen und die Dragons Rhöndorf kooperieren im Bereich der Leistungssportförderung für den weiblichen Nachwuchs, die Telekom Baskets Bonn und die Dragons Rhöndorf für den männlichen Nachwuchs – und bilden so im 3er-Verbund den 1½-Partnerstandort Raum Rheinland.

Mit einem Team in der 2. DBBL (BBZ), zwei Mannschaften in der Regionalliga (BBZ, Dragons), einem WNBL-Team (Dragons) sowie jeweils zwei Mannschaften der U16, U14 und U12 auf WBV-Ebene finden talentierte Basketballerinnen in Rhöndorf und Opladen optimale Aufstiegsmöglichkeiten. Zwei Trainingshallen, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr verfügbar sind, das Vollzeit-Internat Schloss Hagerhof und das Sportinternat Leverkusen runden das Förderprogramm ab. Das BBZ Opladen und die Dragons Rhöndorf pflegen ein erfolgreiches Austauschprogramm, sodass Spielerinnen beider Vereine immer leistungsgerecht zum Einsatz kommen.

Die Telekom Baskets Bonn und die Dragons Rhöndorf sind eine männliche Basketball-Hochburg: Die 1. Herren der Telekom Baskets spielen in der easyCredit BBL, die Dragons in der ProB, die 2. Herren der Telekom Baskets in der 1. Regionalliga. Beide Vereine verfügen neben Teams in der NBBL und JBBL über unzählige Mannschaften in allen Ligen von der U10 bis zur U18. Mit den Partnervereinen BG Bonn MTuS, DJK Bad Münstereifel und Sechtem Toros sind es noch mehr Teams, die im Leistungsbereich männlich aktiv sind. Darüber hinaus kooperieren die Telekom Baskets Bonn mit dem Tannenbusch Gymnasium, einer Eliteschule des Sports, und mehreren Grundschulen, die Dragons Rhöndorf organisiert für vier Grundschulen eine Grundschulliga. Das Umfeld rund um die Telekom Baskets mit optimalen Trainingsbedingungen und einem großen Trainerstab schafft für Nachwuchsspielern aller Altersklassen einzigartige Chancen.

Der Westdeutsche Basketball-Verband wird die Leistungssportförderung des weiblichen und männlichen Nachwuchses an diesen dreieinhalb Partnerstandorten bis 2020 konzentrieren – im Anschluss erfolgt eine neue Ausschreibung. Die Landestrainer Michael Kasch und Razvan Munteanu werden sich die Nachwuchsförderung gebietsbezogen teilen: Kasch orientiert sich nach Opladen, Rhöndorf und Bonn – Munteanu auf Düsseldorf/Neuss und Paderborn. Zu ihren Aufgaben zählen individuelle Trainingseinheiten und Athletiktraining mit den Topathleten.

Mehr Präsenz in der Halle

„Unser Ziel ist es, unsere Präsenz in der Nachwuchsleistungssportförderung zu erhöhen, Talente intensiver zu fördern und parallel die Partnerstandorte noch attraktiver zu machen. Nur so können die Vereine und der WBV langfristig junge erfolgreiche Spielerinnen und Spieler an die Spitze führen und in NRW halten“, erläutert Landestrainer Michael Kasch die Strategie. „Wenn es uns gelingt, die duale Karriere – also Sport und Schule – parallel voranzutreiben, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“

Die Neuausrichtung der Leistungssportförderung des Nachwuchses im WBV bedeutet nicht, dass die bisherige Arbeit in den Regionalstützpunkten eingestellt wird. Hier sollen in Zukunft verstärkt Regionalstützpunkttrainer die Sichtung und das Training übernehmen und so die Landestrainer unterstützen. „Aktuell bin ich jedes Jahr rund 45.000 Kilometer in Sachen Basketball auf den Autobahnen NRWs unterwegs. In Zukunft sitze ich weniger im Auto und stehe dafür mehr in der Halle“, freut sich Michael Kasch. „Das bedeutet mehr Trainingszeit für unseren Nachwuchs.“

Olympischer Zyklus

Die Partnerstandorte des WBV sind analog zum olympischen Zyklus bis 2020 festgeschrieben, danach werden die Karten neu gemischt. Für die Vereine und Standorte, die jetzt nicht berücksichtigt werden konnten, besteht bis dahin die Möglichkeit, ihre Strukturen und Voraussetzungen weiter zu verbessern, um 2020 ganz vorne in NRW mit dabei zu sein.

Hier können Sie die komplette Presseinformation als PDF downloaden.


WBV Leistungssport- und Lenkungsausschuss
Marsha Owusu-Gyamfi, Michael Kasch, Hans-Werner Kolodziej, Joseph Kattur, Uwe Plonka, Lothar Drewniok, Christoph Schlösser, Nadeesh Kattur, Razvan Munteanu (v. l. n. r.)