rld

Es ist die Sensation der Damen-Regionalliga Saison: Die SG TV Bensberg/TV Herkenrath führt die Tabelle an. Und wie, der Tabellenführer hat noch nicht ein Spiel verloren. Dabei hat Trainer Alexander Sauer die erste Damenmannschaft der Spielgemeinschaft erst im Sommer übernommen. Im Interview spricht der 25-Jährige Lehramtsstudent über seine erste größere Trainerstation.

Herr Sauer, neun Siege in neun Spielen, dazu Spitzenreiter. Hätten Sie im Sommer mit dieser Bilanz gerechnet?

Sauer: Nein, auf gar keinen Fall. Ich habe die Mannschaft ja erst relativ kurzfristig übernommen. Wirklich Zeit für eine gute Vorbereitung hatten wir da nicht. Umso überraschender ist es jetzt, dass wir so gut dastehen.
Bensberg/Herkenrath war in der vergangenen Saison eine Mittelfeldmannschaft.

Wie haben Sie aus dem Team eine Spitzenmannschaft geformt?
Sauer: So viel haben wir nicht verändert. Ich denke, dass einige Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. Früher waren wir vor allem als Shooter-Mannschaft mit einer guten Dreierquote bekannt. Jetzt spielen wir auch einen guten Teambasketball, sind auch unter dem Korb gefährlich. Das wichtigste ist aber wahrscheinlich, dass bei uns alle zehn bis zwölf Spielerinnen treffen können.

Sie sprechen von einem guten Team. Wer ist das Gerüst dieser Mannschaft?
Sauer: Das Gerüst besteht sicherlich aus den Zwillingen Dorina und Andrea Kley, Arzu Bayraktar, Jule Miedenhoff, Kim Lebowski und Miriam Sommerstedt. Das sind sehr wichtige Spielerinnen für uns.

Auch für Sie kommt die Tabellenführung ja überraschend. Wen hatten Sie eigentlich an der Spitze erwartet?
Sauer: Der BBZ Opladen II und die RheinStars Köln waren sicherlich zwei Teams, die ich auf der Rechnung hatte und natürlich immer noch habe. Ansonsten auch der TSV Hagen, der mich bisher noch etwas verwundert. Aber die Liga ist einfach sehr ausgeglichen. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung für uns, es gibt eigentlich fast nie einfache Siege. Und dazu hat man noch Teams wie Rhöndorf, die unten stehen, aber in den kommenden Wochen sicherlich für die eine oder andere Überraschung gut sind.

Wenn die Entwicklung ihrer Mannschaft so weiterläuft, liegt das Thema Aufstieg irgendwann zwangsläufig auf dem Tisch. Wäre der Verein dazu in der Lage, den Aufstieg zu stemmen?
Sauer: Darüber haben wir wirklich noch nie ernsthaft nachgedacht. Wenn es zum Ende der Saison so weit sein sollte, werden wir darüber reden. Aber Bensberg hat ja auch schon mal in der zweiten Liga gespielt. Von daher ist das sicher nicht unmöglich, ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen.

Vielleicht ist sogar das Double drin, im WBV-Pokal stehen sie ja immerhin schon im Viertelfinale. Welchen Stellenwert hat der Pokal für Sie?
Sauer: Einen sehr hohen. Wir wollen unbedingt im Pokal weiterkommen, haben natürlich mit der BG Hagen ein hartes Los gezogen. Immerhin sind die Hagener Zweiter in der Regionalliga.

In der Liga warten ebenfalls anspruchsvolle Aufgaben auf ihre Mannschaft. Am Wochenende geht es zum BBZ Opladen II, immerhin Tabellendritter. Wie sehen ihre Erwartungen aus?
Sauer: Das wird eine ganz schwierige Aufgabe für uns. Opladen ist ein starkes Team, das von Trainerin Grit Schneider super gecoacht wird. Wir freuen uns auf die Aufgabe.