Sichtungs- und Förderverlauf

 

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Für jeden Jahrgang gibt es im Westdeutschen Basketball-Verband e.V. Auswahlmannschaften.  Die Sichtung und Förderung auf Landesverbandsebene erfolgt für Jungen über drei Jahre (U11/12-U14), die der Mädchen über vier Jahre (U11/12-U15).

Die Vorauswahl (Sichtungsphase U11/U12) findet, nach Meldung durch die Vereine, in den Regionalstützpunkten Rheinland, Niederrhein/Westliches Ruhrgebiet, Östliches Ruhr­gebiet/Westliches Westfalen und Ostwestfalen/Münsterland im Jahr vor dem Regionalstütz­punktturnier statt.

In der sich anschließenden ersten Lehrgangsphase (Jungen ein Jahr, Mädchen zwei Jahre) gibt es für die beim Regionalstützpunktturnier gesichteten Talente einmal monatlich eintä­gige zentrale Lehrgangsmaßnahmen. Im sich anschließenden letzten Jahr (Zweite Lehr­gangsphase) vor dem Bundesjugendlager kommen Wochenendlehrgänge und Teilnahmen an Landesverbandsturnieren dazu. Das Sommercamp in der ersten Lehrgangsphase, sowie das Leistungscamp, i.d.R. sechs Wochen vor dem Bundesjugendlager, ergänzen diese Maß­nahmen. Begleitend bietet der WBV in der Zeit der Förderung Stützpunkttrainingseinheiten an. Ergänzend erfolgt in den beiden letzten Jahren der Förderung einmal jährlich eine sportmedizinische Untersuchung an einer vom LSB NRW ausgewiesenen Untersuchungsstelle.

Abschluss ist die erste nationale Sichtung auf DBB-Ebene (Spitzenverband), das Bundes­jugendlager. Im Anschluss werden die dort gesichteten SpielerInnen weiterhin mindestens ein Jahr in Stützpunkttrainingseinheiten betreut.

Absolute Toptalente (Abstimmung mit den Bundestrainern) werden dann in die TOP TEAMs NRW (Weitere Infos dazu hier)  übernommen.

 

Personelle Betreuung/Organisation/Lehrgangsorte


Im Regionalstützpunkt ist die/der RegionalstützpunkttrainerIn verantwortlich. Die Kader werden in der Lehrgangsphase von einem verantwortlichen Headcoach und einem, mglw. zwei AssistentInnen betreut. Bei Camps, Turnieren und dem Bundesjugendlager wird das Staff durch eine/n Physiotherapeutin/en ergänzt.

Zu den Maßnahmen erfolgt die Einladung per Mail durch den Leistungssportorganisator (LSO) des WBVs. Lehrgangsorte werden i.d.R. nach Verfügbarkeit und Kostenneutralität für den WBV ausgesucht. Es ist jederzeit möglich, dem LSO Hallen für Kadermaßnahmen anzu­bieten.

Die Kader werden in den beiden letzten Kaderjahren verpflichtend einmal jährlich zentral sportmedizinisch untersucht. Die Untersuchung wird an vom LSB NRW lizensierten Unter­suchungsstellen durchgeführt und terminlich über den WBV organisiert. Die attestierte Sporttauglichkeit ist Voraussetzung für die Kaderzugehörigkeit. In der Regel muss für die Untersuchung ein Tag eingeplant werden.

 

Inhalte der Kadermaßnahmen

Die folgenden Leitsätze sind Ausdruck einer „Philosophie“, die mit der Schulung der ver­schiedenen Inhalte verfolgt wird. Im Kader kann nur bleiben, wer Nachstehendes befolgt:

 

°                Alle sollten auf mehreren Positionen verteidigen und angreifen können

°                Miteinander in Angriff und vor allem in der Verteidigung reden

°                Alle müssen lernen, die gegnerische Verteidigung zu lesen

°                Korbleger mit rechter und linker Hand plus Schutzarm und Sprungwurf als stabile Techniken

°                Fast-break-Spiel für 25-40% der Punkte forcieren, nur Prinzipien

°                Spiel 1-1 mit und ohne Ball forcieren

 

 

Wir schaffen Voraussetzungen!


°        Wir sind primär dem Athleten verpflichtet
°        Wir schaffen allseitige Voraussetzungen, das heißt im sportlichen und auch im persönlichkeitsbildenden Bereich

°        Wir wollen den langfristigen Erfolg

°        Wir geben Hausaufgaben bei Defiziten

°        Darstellung auf www.wbv-online.de

°     Grundlage ist die jeweils gültige DBB-Rahmentrainingskonzeption, die DBB-Nachwuchs­spielkonzeptionen weiblich und männlich, sowie die jeweiligen Spiel­vor­gaben für das Bundesjugendlager

 

Ablauf der Kaderbildung

Um das Ziel der Sichtung und Förderung von talentierten, leis­tungsbereiten Basketballer-Innen zu erreichen, sind die Maßnahmen trichterförmig struk­turiert. Begleitend versuchen die AuswahltrainerInnen, Spiele und Turniere mit KaderspielerInnen zu beobachten.

 


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Zusätzlich werden Trainingscamps in den Ferien angeboten. Diese zu­sätzlichen Maßnahmen müssen hoch eigenfinanziert werden!

 

Alle Kadermaßnahmen sind generell offen für die HeimtrainerInnen, die sich vor Ort ein Bild machen können/sollen. Auf Wunsch bietet der WBV zusätzlich zu Beginn der Kadermaß­nahmen eine Coach Clinic an, in der die konzeptionellen Vorgaben gezeigt werden. Vereine, die KaderspielerInnen stellen, müssen sich an die Vorgaben in der Spieler­entwicklung halten.

 

Sichtungsphase

In den vier Regionalstützpunkten werden Sichtungen und erste Schulungsmaß­nahmen durchgeführt. Es erfolgt eine Hinführung an die Anforderungen an einen Auswahlspielers bzgl. Einstellung zum Leistungssport (Motivation, Disziplin, Verhalten etc.) und die eigenen Erwartungen. Abschluss dieser Phase ist das Regionalstützpunktturnier, bei dem aus jedem Regionalstützpunkt ein Team im weiblichen und männlichen Bereich gegeneinander antritt. Hier sichten die verantwortlichen, KadertrainerInnen, im Aus­tausch mit den Regionalstütz-punkttrainerInnen, je nach Talentlage 25-40 SpielerInnen.

In Absprache mit den RegionalstützpunkttrainerInnen werden Nachsichtungen durchgeführt.

 

In der nachfolgenden Auflistung stehen Merkmale und Dispositionen, die von den Landes­trainerInnen als wesentlich für WBV-AuswahlspielerInnen angesehen werden. Durch die von der FIBA vorgenommene Ver­jüngung wird für die zu sichtenden und dann in der Förderung befindlichen Jahrgänge seitens der WBV-AuswahltrainerInnen die soziale und mentale Disposition für die anstehen­den Belastungen in Kombination mit soliden Grundtechniken, die nur im Heimtraining erwor­ben und geschult werden können, besonders hoch bewertet.

 

Körperbauliche Merkmale

°                SpielerInnen mit einer momentanen Körperhöhe über 180 cm sollten immer den RegionalstützpunkttrainerInnen vorgestellt werden

 

Soziale Disposition

°        Unterstützung des Engagements des Kindes durch die Eltern

°      Schulische Leistungen (Schlechte Leistungen, Leistungsabfall oder gar Ver­setzungs-gefährdung bedeuten in aller Regel keine konstante Teilnahme an Lehrgängen)

°        Gruppentaugliches Sozialverhalten

 

Mentale Disposition

°        Konzentrationsfähigkeit und -ausdauer

°        Auffassungsvermögen

°        Vermögen zum abstrakten Denken

°        Kritikfähigkeit

 

Allgemeine Athletik

°        Motorische Fertig- und Fähigkeiten wie z.B. koordinierter Geradeauslauf mit/ohne Richtungswechsel vor- und rückwärts, koordiniertes Hüpfen ein- und beidbeinig (z.B. über die Langbank)

°        Beschleunigungsfähigkeit bei zyklischen Laufbewegungen

°        Azyklische Fertig- und Fähigkeiten wie z.B. Antritte und Stoppbewegungen

 

 

Technik / Taktik (Fertig- und Fähigkeiten)

°        Beidseitiges, nicht zu hohes Dribbeln, den Blick vom Ball gelöst

°        Beidhändiges Fangen im gesamten Reichbereich

°        Einhändiges Passen beidseitig

°        Korbleger mit rechter und linker Hand mit Schutzarm aus allen Richtungen in einer konstanten, erfolgreichen Technik

°        Konstanter Wurf in einer erfolgreichen Technik

°        Stoppen in stabiler Haltung in allen Angriffs- und Verteidigungssituationen

°        Täuschungen und Befreiungstechniken

°        1 - 1 Verteidigung gegen Spieler mit und ohne Ball

°        Alle Verteidigungsbewegungen in stabiler Körperhaltung mit niedrigem Schwerpunkt

°        Outlet-Pass sehen und spielen können

 

Erste Lehrgangsphase

In der sich anschließenden ersten Lehrgangsphase mit zentralen Halbtages- (jüngster Mädchenjahrgang im ersten Jahr) und kurzen (10.00-16.00 Uhr) Ganztages-Lehrgängen sollen grundlegende Inhalte der Vorgaben aus der DBB-Spielkonzeption an möglichst viele SpielerInnen, Vereine und Ver­einstrainerInnen vermittelt werden. Je mehr Vereine und HeimtrainerInnen hier eingebunden werden können, umso mehr SpielerInnen gelingt es, die Anforderungen, denen ein/e Aus­wahlspielerIn beim WBV gerecht werden muss, zu erfüllen.

Bei den Mädchen dauert diese Phase ein Jahr länger auf Grund des insgesamt länge­ren Förderungszeitraums.

 

Bei den Jungen findet zu Beginn der ersten Lehrgangsphase schon das Vor- und mglw. End­turnier „Talente mit Perspektive“ (TMP s.u.) statt. Bei den Mädchen erfolgt dies ein Jahr später. Aktuell ist dies, auf Grund der unklaren Finanzierung durch die Sponsoren, nicht gesichert. Der DBB überlegt eine eigene Maßnahme, analog TMP durchzuführen.

 

In den ersten 10 Tagen der Sommerferien findet für die Jahrgänge, die noch nicht zum BJL gehen, das WBV-Sommercamp statt. Für den dann eineinhalb Jahre in der Förderung befind­lichen Mädchenkader ist dieses Camp verpflichtend. Die restlichen Plätze werden mit Spieler­Innen der beiden jüngsten Kader besetzt.

 

Es kann in dieser Lehrgangsphase jederzeit eine erste Reduzierung der SpielerInnen er­folgen. Bei den Nachsichtungen werden in Absprache mit den RegionalstützpunkttrainerIn­nen, nur die SpielerInnen zusätzlich eingeladen, die sich nach Beobachtung stark verbessert haben oder neu aufgetaucht sind.

 

Zweite Lehrgangsphase

Es schließt sich die zweite Lehrgangsphase, beginnend i.d.R. ein Jahr vor dem Bundes­jugendlager mit Tages- und Wochenendlehrgängen, sowie Teilnahmen an Landesverbands­turnieren an.

 

Die Anzahl der einzuladenden SpielerInnen können die Kadertrainer, abhängig von Trainingsprogramm und Zahl der Trainer, selbst bestim­men. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass eine schrittweise Reduzierung sinnvoll ist.

 

Bei der Nachsichtung ist es ratsam, in Absprache mit den Regionalstützpunkt­trainerInnen, nur die SpielerInnen einzuladen, die sicher für die Lehrgangsphase infrage kommen. Auch in der zweiten Lehrgangsphase sind die DBB-Spielkonzeptionen für den weiblichen und für den männlichen Bereich Grundlage.

 

Die jeweils gültigen Spielvorgaben für das Bundesjugendlager finden verstärkt Ein­gang in die Inhalte der Lehrgänge.

Das WBV-Leistungscamp am Ende der Sommerferien und weitere Lehr­gänge/Turniere be­reiten auf das Bundesjugendlager vor.

In den Maßnahmen werden punktuell leistungsdiagnostische Tests auf Basis der durch den DBB vorgegebenen Verfahren durchgeführt und entsprechend Trainingsempfehlungen aus­gesprochen.

 

Stützpunkttraining

In der Zeit der Förderung bietet der WBV, soweit möglich, wohnortnah Stützpunkttrainings­einheiten für ausgewählte Toptalente in den Kadern an. Die TeilnehmerInnen werden jährlich bestimmt. In diesen, das Vereinstraining ergänzenden und mit den Vereinstrainer-Innen abgestimmten Trainingseinheiten, werden individualtechnische, individual- und gruppentaktische, sowie athletische Inhalte trainiert.

 

 

„Talente mit Perspektive“

Bei „Talente mit Perspektive“ wird in je zwei Vorturnieren (Mädchen West/Ost, Jungen Nord/Süd) eine erste Bestandsaufnahme des jeweiligen Jahrgangs vorgenommen. Bei den Jungen erfolgt dies im U13-Bereich, bei den Mädchen auf Grund des unterschiedlichen Sichtungs- und Förderverlaufs im U14-Bereich.

 

Bei den Vorturnieren werden jeweils ca. 24 SpielerInnen für ein zentrales Endturnier im Frühjahr eingeladen. Beim Endturnier spielen vier Teams jeder gegen jeden. Die Bundes-trainerInnen nominieren einen Perspektivkader weiblich und einen im männ­lichen Bereich. Diese Perspektivkader nehmen im Sommer an einer Lehrgangs-/Turniermaßnahme des jeweiligen A-Kaders im DBB teil.

 

http://www.talente-mit-perspektive.de/

 

Bundesjugendlager

Beim Bundesjugendlager, der nationalen Sichtung für die Jungen im U14- und die Mädchen im U15-Bereich, präsentiert der WBV in den Trainingseinheiten mit den BundestrainerInnen und den Spielen gegen die anderen Landesverbandsmann­schaften die SpielerInnen, die für eine weitere Förderung auf nationalem Niveau infrage kommen.

In Absprache mit den BundestrainerInnen werden am Ende bei den Jungen die Teil­nehmer für das DBB-U15-Leistungscamp nominiert.

Bei den Mädchen werden die Teilnehmerinnen für das DBB U16 Try-Out nominiert.